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Im
Sommer 2006 ist erstmals das Bauvorhabens eines „Kraftwerkes“ mitten in der
Stadt im Wetzlarer Dillfeld bekannt geworden. Die Firma Buderus Edelstahl sucht
eine günstige Stromversorgung, unabhängig von den immer weiter steigenden
Energiepreisen. 300.000 t sogenannte Ersatzbrennstoffe (Trockenstabilat, nicht
näher definierter Gewerbemüll) sollen ab 2009 hierfür pro Jahr in Wetzlar
verbrannt werden; täglich bis zu 75 LKW die Anlage mit Brennstoff beliefern.
Als Betreiber soll eine extra zu diesem Zweck gegründete Firma mit Namen
"EBS Ersatzbrennstoffkraftwerk Wetzlar GmbH & Co. KG" fungieren,
an der Buderus nicht beteiligt sein soll. Geschäftsführer dieser Gesellschaft
ist Hermann Hofmann aus Solms-Niederbiel, Gründer der mittlerweile insolventen
Herhof-Umwelttechnik GmbH und Betreiber der Asslarer Trockenstabilat-Anlage.
Als finanzieller Partner und/oder zukünftiger Betreiber wird offensichtlich von Hofmann und Buderus Edelstahl noch ein Unternehmen aus der Strombranche
gesucht; das Investitionsvolumen soll insgesamt bei 110 Millionen € liegen.
Der
von den Initiatoren der Anlage gebrauchte Begriff „Kraftwerk“ für die geplante
Anlage ist irreführend, da er suggerriert das primäre Ziel läge in der
Gewinnung von Strom. Dafür ist der Wirkungsgrad der geplanten Anlage jedoch
weitaus zu gering; der größte Teil der eingesetzten Ersatzbrennstoffe würde in
Form von Schadstoffen, Staub, heißer Luft usw. in den Wetzlarer Himmel
abgegeben. Die üblicherweise anfallenden festen Verbrennungsrückstände wären als Sondermüll zu entsorgen. Somit übersteigt das Interesse an der Vergütung für die Vernichtung
der Ersatzbrennstoffe offensichtlich das Interesse an der Stromproduktion. Die
Anlage ist demnach kein Kraftwerk, sondern eine Müllverbrennungsanlage, die
nebenbei noch etwas Strom produziert.
Der
gewonnene Strom soll nach den Vorstellungen von Buderus weit unter dem
Marktpreis abgenommen werden und so
Arbeitsplätze sichern. Dieses nicht tragfähige Argument hat wahrscheinlich die
Entschlußkraft der Stadtverordneten beflügelt, das Grundstück im Dillfeld für
die Müllverbrennung freizugeben
Weder
der frühzeitig in die Planungen eingebundene Magistrat der Stadt Wetzlar, noch
die Firma Buderus Edelstahl haben es für nötig befunden die Wetzlarer
Bevölkerung den zu erwartenden massiven Belästigungen gemäß über den Stand der
Dinge "auf dem Laufenden zu halten" oder gar in den
Entscheidungsprozess für und wieder einer solchen Anlage einzubinden.
Zahlreiche Bürger fühlen sich von dem Unternehmen und Magistrat getäuscht. Um für das
demokratische Grundrecht auf Gesundheit und Lebensqualität in Wetzlar zu
sorgen, hat sich daraufhin die Bürgerinitiative "Reine Luft für Wetzlar“
gegründet.
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