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Positionspapier der Bürgerinitiative "Reine Luft für in Wetzlar"

Wetzlar zählt zu den Orten in Hessen mit der größten Luft-Schadstoffbelastung
Hauptverursacher sind: Buderus-Edelstahl, Heidelberger Zement und die die Aßlarer Trockenstabilatanlage mit nachgeschalteter Müllverbrennung – Versuchsanlage (EVA) sowie das enorme, zunehmende Verkehrsaufkommen. Der zusätzliche Betrieb einer Groß-Müllverbrennungsanlage (300.000 t / Jahr) mit zusätzlicher Schadstoff und Lärmbelästigung ist der Bevölkerung nicht zumutbar.

Einhaltung von Belastungsgrenzwerten bedeutet keine medizinische Unbedenklichkeit
Gesetzlich festgelegte Grenzwerte der Luftbelastung sind Ergebnis politischer Prozesse. Neben medizinischen Argumenten finden hier nicht zuletzt auch die Interessen der betroffenen Industrieverbände Berücksichtigung. Insbesondere Kinder, gesundheitlich vorbelastete und alte Menschen sind jedoch die Leidtragenden solcher "Kompromisse". Das Zusammenwirken unterschiedlicher Gifte im menschlichen Körper ist bisher kaum untersucht.

Der Bau der Müllverbrennungsanlage ist völlig unnötig
Im Jahr des geplanten Baubeginns 2008, werden bundesweit Überkapazitäten bei der Müllverbrennung vorhanden sein. Zu deutsch: Sollten alle derzeit geplanten Müllverbrennungsanlagen gebaut werden, gäbe es nicht genug Müll um sie zu betreiben. Der daraus resultierende Wettbewerb um die "Ressource Müll" zwischen den verschiedenen Betreibern von Verbrennungsanlagen wird mit Sicherheit zu Lasten der Umweltstandards und damit der jeweils betroffenen Bevölkerung ausgetragen werden. Das im Lahn-Dill-Kreis produzierte Trockenstabilat reicht bei Weitem nicht aus, um die Kapazität der geplanten Anlage auszulasten (ca. 20%).

Die geplante Müllverbrennungsanlage ist "Billigtechnologie"
In Wetzlar ist aus Kostengründen nur eine einfache Filteranlage mit Trocken-Gewebefilter vorgesehen. Stand der Technik moderner Müllverbrennungsanlagen sind mehrere unterschiedliche Filtersysteme mit Nassreinigung, die allerdings weitaus höhere Kosten verursachen.

Die Müllverbrennungsanlage sichert keine Arbeitsplätze
Die örtliche Verankerung von Buderus gehört der Vergangenheit an. Buderus gehört nach mehrmaligem Verkauf zum internationalen Konzern Böhler-Uddeholm. Entscheidungen fallen fern von Wetzlar. Das einzige was letztlich zählt ist die Befriedigung der Verdiensterwartungen anonymer Aktionäre, in diesem Fall durch die Gewinnung billiger Energie auf Kosten der Wetzlarer Bevölkerung. Die Sicherung von Arbeitsplätzen kann Buderus durch den Betrieb der Müllverbrennungsanlage nicht garantieren.

Die Wetzlarer Politiker nehmen auf die Bedenken der Bevölkerung keine Rücksicht
Der Magistrat und überwiegend auch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wetzlar unterstützen uneingeschränkt die Planungen zum Bau der Müllverbrennungsanlage (MVA), ohne Beratung durch die
dafür vorgesehenen städtischen Gremien und/oder externe Experten im Vorfeld. Eine Beteiligung der Bevölkerung am Entscheidungsprozess war und ist ebenso wenig vorgesehen. Zunächst wurde das Thema der Öffentlichkeit verschwiegen, dann - auf Druck von Presse und Bürgerinitiative - nach und nach zögerlich das ganze Ausmaß des Projektes bekannt gegeben, um schließlich in Rekordzeit die "notwendigen" Beschlüsse zu verabschieden. Mit dem Verkauf des Grundstückes an Buderus hat die Stadt die MVA erst möglich gemacht! Die Bindung des Verkaufs an eine 90%ige Unterschreitung der gesetzlichen Grenzwerte (Selbstverpflichtung des Betreibers) ist für die Genehmigungsbehörde nicht maßgeblich und kann vom Investor umgangen werden.

Forderungen der Bürgerinitiative (BI) "Reine Luft für Wetzlar"

  • Die BI fordert den Magistrat und die Stadtverordneten auf, den Verkauf des Grundstückes für die geplante Müllverbrennungsanlage - im Hinblick auf die Gesundheit der Bevölkerung - nicht durchzuführen!
  • Die BI fordert die Firmen Buderus Edelstahl und EBS Ersatzbrennstoffkraftwerk Wetzlar GmbH & Co. KG auf, auf den Bau einer Müllverbrennungsanlage im Wetzlarer Dillfeld zu verzichten!
  • Die BI fordert von den zuständigen Behörden ständige Messungen aller relevanten Schadstoffe an weiteren hierfür auch tatsächlich geeigneten Stellen im Stadtgebiet sowie deren kontinuierliche Veröffentlichung (incl. eines Luftreinhalteplanes für Wetzlar)

Wir fordern die Bevölkerung auf entschieden gegen diese geplante Anlage zu protestieren!


Hier kann man das Positionspapier incl. Unterschriftenliste als pdf herunterladen (rechte Maustaste "Ziel speichern unter..."): positionspapier.pdf



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